BUND Umweltzentrum Ortenau

Aktionsbündnis Gentechnikfreie Ortenau

Initiative für gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel

Aktionsbündnis des BUND-Kreisverband Ortenau in Zusammenarbeit mit Kiebitz e.V., Ökologische Verbrauchergemeinschaft Kinzigtal

„Gentechnikfreie Ortenau“ – was genau heißt das?

In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Initiativen, die sich für eine gentechnikfreie Flächennutzung und Lebensmittelerzeugung einsetzen. Meist ist das Ziel die Ausrufung einer „Gentechnikfreien Region“ (GFR). Diese bezeichnet ein Gebiet, in dem die Eigentümer, Nutzer und Bewirtschafter gemäß einer Selbstverpflichtung wissentlich keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) anbauen und auch im Bereich der Tierhaltung keine GVO-haltigen Futtermittel einsetzen. Auch die Ortenau soll eine gentechnikfreie Region werden.

Auch Privatpersonen, Kommunen, kirchliche Organisationen oder Landkreise können Erklärungen einer gentechnikfreien Region unterzeichnen und damit bestätigen, dass sie keine Gentechnik in der Landwirtschaft, in Ihren Einrichtungen wie Mensen oder Kantinen und in ihren Nahrungsmitteln wünschen.

Gentechnik in der Landwirtschaft – wo liegt das Problem?

Gentechnik wird seit Jahren in der Medizin und in der Biotechnologie z.B. zur Erzeugung von Enzymen, Vitaminen, Hefen etc. eingesetzt. Dabei handelt es sich jeweils um geschlossene Systeme, in denen die gentechnisch veränderten Mikroorganismen nicht in die Umwelt freigesetzt werden.

Keine Koexistenz möglich

Bei der so genannten Agro-Gentechnik werden dagegen artfremde Gene in das Erbgut von Nutzpflanzen eingebaut und diese in der freien Natur ausgepflanzt. Durch Pollenflug, Verunreinigungen in Transportbehältern etc. können sich diese Pflanzen verbreiten. Eine Koexistenz von konventionellen und gentechnisch veränderten Pflanzen funktioniert deshalb nicht. Auskreuzungen sind nie mehr rückholbar.

Gentechnik fördert Abhängigkeit

Heute Genmais – morgen Rattoffel?

Gentechnikfirmen erwerben Patente und verlangen wesentlich höhere Preise für ihr Saatgut. Der Landwirt darf die eigene Ernte nicht mehr zur Anpflanzung im nächsten Jahr verwenden. Ein einziger Konzern kontrolliert inzwischen etwa 90% des gesamten Saatguthandels.

Risiken nicht ausreichend erforscht

Die Forschung über Gentechnik wird zu 95% von den Gentechnik-Konzernen finanziert und damit kontrolliert, so dass unabhängige Untersuchungen zu den Risiken der Gentechnik praktisch komplett fehlen. Erfahrungen zeigen aber, dass die Pflanzen durch gentechnische Eingriffe häufig unerwartete neue Eigenschaften ausbilden und auch das Fleisch von Tieren durch Fütterung mit GVOs verändert wird.

Falsche Versprechungen

Die bisher zum Anbau zugelassenen GVOs sollen angeblich den Einsatz von Agrochemikalien reduzieren oder höhere Erträge bringen. Diese positiven Effekte sind aber bisher nicht nachgewiesen. Die benötigte Menge an Herbiziden geht durch Resistenzbildung meist nach wenigen Jahren so stark in die Höhe, dass mehr als je zuvor eingesetzt werden muss.

Gentechnikfreie Lebensmittel – Wahlfreiheit für die VerbraucherInnen

Durch gezielten Anbau oder unbeabsichtigte Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen ist in vielen Ländern z.B. auf dem amerikanischen Kontinent eine gentechnikfreie Ernährung kaum mehr möglich. In Deutschland ist die Anbaufläche von GVOs dagegen noch relativ gering. Eine „Gentechnikfreie Ortenau“ kann dazu beitragen, diese Wahlfreiheit zu erhalten. Davon profitieren sowohl die Landwirte der Region, da eine gentechnikfreie Produktion zunehmend ein Qualitätsmerkmal darstellt, als auch die Verbraucher, für die ein reichhaltiges Angebot an gentechnik-freien Lebensmitteln erhalten bleibt.

► Hier erhalten Sie Empfehlungen für den Einkauf von regionalen und gentechnikfreien Produkten zum Download

Werden Sie aktiv:

Die „Gentechnikfreie Ortenau“ braucht Ihre Unterstützung! Bitte unterzeichnen Sie eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung und dokumentieren Sie so Ihren politischen Willen. Stärken Sie die gentechnikfreie Landwirtschaft in der Region durch ihren bewussten Einkauf.

Das Aktionsbündnis (hier mit neuen Aktiven, Vertetern des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter Ortenau) trifft sich etwa einmal im Monat. Weitere Mitarbeiter im Aktionsbündnis sind jederzeit willkommen.

Koordination und Information:

Selbstverpflichtungserklärungen für Landwirte, Körperschaften sowie Privatpersonen sind bei folgenden Adressen erhältlich und können nach Unterzeichnung dorthin gesendet werden. Auf Wunsch erhalten Sie außerdem weitere Auskünfte über die „Gentechnikfreie Ortenau“ über die Risiken der Gentechnik allgemein und Adressen zum Bezug ökologischer Lebensmittel:

BUND-Umweltzentrum Ortenau
Hauptstraße 21, 77652 Offenburg
Tel. 0781/25484, Fax 03212/2548401
E-Mail: BUND.Umweltzentrum-Ortenau(at)bund.net
Internet: www.bund.net/uz-ortenau

Kiebitz e.V. Naturkost & mehr in Haslach im Kinzigtal
Am Schafsteg 3, 77716 Haslach
Tel: 07832-4397, Fax: 07832-976224
Email: kiebitz.e.v.-haslach(at)t-online.de
Internet: www.kiebitz-haslach.de

Aktueller Stand der Aktion vom 31.12.2019:

» 32 Beitrittserklärungen von Vereinen / Verbänden und Einzelpersonen
» 50 Selbstverpflichtungserklärungen von Landwirten, entsprechend 1271 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche
» 3054 Unterschriften von Verbrauchern
» Gentechnikfreie Kommunen: Achern-Mösbach, Appenweier, Berghaupten, Fischerbach, Friesenheim, Gutach, Haslach, Hofstetten, Kehl, Lahr, Mühlenbach, Oberkirch, Offenburg, Steinach, ohne Verpflichtung, aber mit Empfehlung im Pachtvertrag auch Hausach und Wolfach.

BUND-Bestellkorb